Stellungnahme zur BerichterstattungWie aus den Pressemitteilungen der letzten Tage zu lesen ist, steht der EHC mit seinem vereinseigenen Stadion vor einer existentiellen Bedrohung, sofern die Zuschüsse von Stadt und Landkreis nicht weiterhin geleistet und auch erhöht werden.
In diesem Zusammenhang werden Meinungen laut, die den Betrieb des Eisstadions für nicht förderungswürdig ansehen. Vor diesem Hintergrund möchte der EHC einige Aspekte hervorheben, die für eine Beurteilung der Sachlage von erheblicher Bedeutung sind:
Die Folgen einer negativen Entscheidung wäre nicht nur das Ende des 1957 gegründeten Vereins in Grafing, sondern die unmittelbare Folge, dass die Stadt Grafing vor der Frage steht, ob sie den Betrieb des Eisstadions alleine schultern kann. Aus anderen Kommunen ist bekannt, dass der Betrieb eines Eisstadions unter städtischer Führung ca. € 400.000 kostet. Dabei ist zu beachten, dass im Falle einer städtischen Fortführung sämtliche Arbeiten durch bezahlte Mitarbeiter zu leisten sind, während der EHC Klostersee auf mehr als 50 ehrenamtliche Helfer vertrauen kann, die diese Arbeiten kostenlos in ihrer Freizeit verrichten.
In dem Stadion spielt nicht nur die 1.Mannschaft des EHC, die übrigens mit einem Anteil von lediglich 8,5 % nur einen relativ geringen Teil des Eiszeit belegt, sondern es werden über 400 Kinder und Jungendliche mehrmals in der Woche von Ehrenamtlichen betreut und sportlich ausgebildet. Dies gilt für das nicht nur für die Abteilung Eishockey, sondern auch für die äußerst erfolgreichen Abteilungen Shorttrack und Eiskunstlauf. Hier findet ein für die Allgemeinheit wichtiger und wertvoller Teil Jugendarbeit statt, denn Sport ist ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung eines Jugendlichen.
Daneben haben die Bürger von Grafing und des gesamten Landkreises die Möglichkeit im einzigen Eisstadion im Landkreis dem Schlittschuhlauf nachzugehen. Zuletzt wird das Stadion intensiv von einer sogenannten Hobbyliga mit mehr als 10 Mannschaften und 200 Aktiven genutzt.
Die für den Betrieb des Eisstadions in Grafing unter der Führung des EHC notwendigen Kosten belaufen sich auf rund € 160.000,--, der Zuschuss von Stadt und Landkreis war bisher auf € 105.000,-- begrenzt. Den Differenzbetrag hat der EHC selbst erwirtschaftet. Nun soll dieser Zuschuss weiter erhöht werden, damit der Betrieb des Eisstadions sichergestellt werden. Die von einem unabhängigen Wirtschaftsbüro geprüfte Gewinn- und Verlustrechnung bestätigt eindeutig, dass der Ursprung des Defizits nicht bei der 1. Mannschaft liegt, die sich selbst finanziert sondern ausschließlich aus den Kosten für den Stadionbetrieb herrührt.
Das Eisstadion ist nicht nur Heimat von über 400 jungendlichen Sportlern und hunderten sportbegeisterten Erwachsenen. Es ist auch Treffpunkt für jährlich Abertausende Zuschauer, die die Veranstaltungen und Spiele von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen besuchen. So ist das Stadion ein wichtiger gesellschaftlicher Bestandteil der Stadt und des Landkreises und auf jeden Fall erhaltungswürdig.
Die UNO hat das Jahr des Sports ausgerufen, weil Sport im Sinne einer ganzheitlichen Bildung von enormer Bedeutung für Kinder und Jugendliche ist. Sport vermittelt entscheidende Werte und Fertigkeiten, darunter Selbstvertrauen, Teamfähigkeit, Fairness, Integration, Disziplin, Respekt und Dialogfähigkeit. Sport mindert Depressionen und erhöht die Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit von Kindern.
Deswegen ist die Förderung in diesem Bereich genauso wichtig, wie bei anderen Institutionen, die mit dem Argument Bildung für sich werben und in denen das Ehrenamt weniger im Vordergrund steht, die öffentlichen Zuschüsse aber bedeutend höher sind.
(Pressemitteilung EHC Klostersee) |